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Mär28

"Ich kann zwar die Welt nicht verändern, aber ich kann meine Welt verändern"

Social Enterprise Conference SensAbility an der WHU

Unter dem Motto "Mehr Ideen mit Wert - Unternehmen mit Mehrwert" fand am 16. und 17. März 2012 die Social Enterprise Conference SensAbility an der WHU - Otto Beisheim School of Management statt.

Der von Studierenden der WHU organisierte Kongress beschäftigte sich an den beiden aufeinanderfolgenden Tagen mit der Fragestellung: sind soziales Engagement und profitables Wirtschaften vereinbar? Studierende und Berufseinsteiger aller Fachrichtungen hatten während Workshops, Fachvorträgen und Podien die Möglichkeit, sich mit Experten aus Wissenschaft und Praxis auszutauschen. Hierbei wurden konkrete Möglichkeiten aufgezeigt um soziale und ökologische Missstände wirksam anzugehen und auch das Berufsleben im Zeichen gesellschaftlicher Verantwortung zu gestalten.
 

Professor Michael Frenkel, Rektor der WHU, eröffnete die Konferenz und zeigte den Teilnehmern auf, wie wichtig die Verbindung von betriebswirtschaftlichem Denken und sozialer Verantwortung gerade in der heutigen Zeit ist. Laut Frenkel ist es unabdingbar moralische Erwägungen mit einzubeziehen, wenn man Verantwortung in einem Unternehmen übernehmen möchte. Falk Zientz (Leiter der Abteilung Mikrofinanz der GLS Bank) startete die Vortragsreihe der Konferenz zum Thema "Mikrofinanz in Deutschland". Mit den Mikrokrediten werden demnach kreative, dynamische und vor allem junge Unternehmen unterstützt, die von anderen Banken nicht bedient werden. Zientz verdeutlichte, dass die Unterstützung solcher Unternehmen aus zwei Gründen mehr als sinnvoll ist: zum einen verhilft die Bank häufig mit ihren Mikrofinanzkrediten jungen motivierten Unternehmern aus der Arbeitslosigkeit, zum anderen wird die Schaffung neuer Arbeitsplätze unterstützt. Das wirklich spannende an dieser Arbeit ist für Zientz: "Der Schritt von der Initiative zum Unternehmen zu unterstützen und zu erleben, wie Menschen mit den unterschiedlichsten Hintergründen die eigene Unternehmensgründung geschafft haben."
 

Dr. Andreas Heinecke (Gründer und Geschäftsführer der Dialogue Social Enterprise GmbH) erläuterte den Teilnehmern zunächst sein Projekt "Dialog im Dunkeln". Nachdem er schon recht früh eine besondere Empathie für Blinde entwickelt hatte, machte er es sich zur Aufgabe, andere an die Alltagssituation von Blinden heranzuführen. Er konzipierte Ausstellungen, die in vollständiger Dunkelheit stattfinden. "Wenn man das Licht ausmacht, sind die Sehenden die Blinden und die Blinden die Sehenden", so Heinecke. Mit diesen Ausstellungen möchte Heinecke zeigen, wie notwendig es ist, dass Menschen sich gegenseitig unterstützen und jeder einzelne auf die Gruppe angewiesen ist. Um auch Unternehmer für dieses Thema zu sensibilisieren, werden diese Ausstellungen ebenfalls für Leadership Programme genutzt, um v.a. das 'organizational behavior' und das 'leadership development' zu fördern. Mit dieser Intention und den Worten "Ich kann zwar die Welt nicht verändern, aber ich kann meine Welt verändern", fordert Heinecke alle zu einem sozialeren Handeln auf.
 

In der Rede "Entrepreneurial Thinking - an essential skill for Social Entrepreneurs" forderte Andy Goldstein (Geschäftsführer des LMU Entrepreneurship Centers in München) die Teilnehmer auf, mutig an eine Unternehmensgründung heranzugehen. Er versuchte ihnen die Angst vor Fehlern zu nehmen und diese nicht als Zeichen des Versagens zu sehen, sondern vielmehr aus den Fehlern zu lernen und den Mut aufzubringen, etwas in Angriff zu nehmen, von dem sie selbst überzeugt sind. Mark Turrell (Mitgründer von Imaginatik) gab den Teilnehmern Tipps an die Hand, um sich für ein soziales und nachhaltiges Unternehmen stark zu machen und verdeutlichte dies mit den Worten "Helfen Sie anderen, seien Sie glücklich, limitieren Sie Ihre Traurigkeit, fühlen Sie sich frei zu entscheiden, leben Sie jetzt, seien Sie ehrlich, nutzen Sie Gelegenheiten und konzentrieren Sie sich auf Ihr Ziel."
 

Während der anschließenden Podiumsdiskussion diskutierten Professor Michael Frenkel, Sebastian Fellhauer (Social Entrepreneur beim International Center for Eyecare Education), Thorsten Rolfes (Unternehmenssprecher C&A Deutschland und C&A Europa) und Ingeborg Wick (langjährige wissenschaftliche Mitarbeiterin des Südwind Instituts für Wirtschaft und Ökumene) zum Thema "Deutsche Unternehmen in Entwicklungsländern - Neuzeitimperialismus oder effektive Armutsbekämpfung?". Die zunehmende Globalisierung hat demnach zu sozialen Spaltungsprozessen beigetragen, die bedeutende Fragen hinsichtlich der richtigen Verhaltenskodizes an Produktionsstandorten in Schwellenländern aufwerfen. Die Unternehmen sehen sich hier mit zahlreichen Schwierigkeiten konfrontiert, wie z.B. der Frage nach dem richtigen Lohn in diesen Ländern. Neben den Schwierigkeiten bringen laut den Podiumsteilnehmern deutsche Unternehmen in Entwicklungsländern auch Vorteile für das jeweilige Land mit sich. So wird beispielsweise der Kapitalstock erhöht und Arbeitsplätze werden geschaffen.
 
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Am darauffolgenden Tag vermittelte Wolfgang Gutberlet (ehemaliger Vorstandsvorsitzender von tegut) einen eher philosophischen Ansatz. Laut Gutberlet leben wir in einer getriebenen Welt, die von Pragmatismus beherrscht wird und in der es nur noch Gewohnheitstiere gibt. In dieser Welt sei das Entwickeln eigener Werte ganz entscheidend - aber noch viel entscheidender sei es, nach diesen Werten auch zu handeln. "Wir sollten nicht nur aus dem Getriebenen heraus handeln, sondern aus Ideen. Nur so können wir einen Beitrag zu einer besseren Welt leisten", so Gutberlet.

Den abschließenden Vortrag hielt Stephen Carver (Vorstandsvorsitzender der WinWin Group Südafrika) zum Thema "Lessons from Africa. A new way of winning a new business of winning". In seiner Rede stellte er das Wort "und" in den Vordergrund, denn Unternehmertum bedeutet Profit erzielen und die Welt retten. In den anschließenden Workshops hatten die Teilnehmer die Gelegenheit, mit Hilfe der Workshopleiter eine konkrete Projektplanung zur Gründung, Weiterentwicklung und Durchführung eines nachhaltigen Sozialen Unternehmens zu erarbeiten.


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SensAbility - Social Enterprise Conference:

Organisiert wird der Kongress von SensAbility einer Initiative von WHU Studenten helfen e. V (WHUSH). Der Kongress soll eine Brücke zwischen interessierten Studenten und Social Entrepreneurs sowie anderen sozial engagierten Organisationen schlagen. Ziel ist es, Studenten aller Fachrichtungen für gesellschaftliche Fragestellungen zu sensibilisieren und so zu nachhaltigem sozialen Handeln zu inspirieren. Den Teilnehmern sollen dabei konkrete Möglichkeiten aufgezeigt werden, soziale Missstände wirksam anzugehen und auch das Berufsleben im Zeichen gesellschaftlicher Verantwortung zu gestalten.

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